sanfte Impulse für eine gute Entwicklung

Skoliose erkennen

Die Skoliose ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, wobei sich die Wirbelkörper auch noch gegeneinander verdrehen. Die häufigste Form der Skoliose ist die sogenannte idiopathische Skoliose, über deren Entstehung und Ursache man nichts sicher weiß. Bei Kindern in der Wachstumsphase können die einzelnen Wirbel unterschiedlich stark wachsen und sich verformen und verdrehen. Je früher eine Skoliose entdeckt und behandelt wird, desto größer ist auch der Behandlungserfolg.

Sie können auch als Laie eine Skoliose bei Ihrem Kind feststellen, wenn Sie sich seinen nackten Oberkörper von hinten ansehen und darauf achten,

  • ob in aufrechter Stellung die Wirbelsäule senkrecht steht, sich die Schultern auf gleicher Höhe befinden, die Taille links und rechts gleich aussieht und das Becken gerade steht

und

  • ob bei vorgebeugtem Oberkörper der Rücken auf beiden Seiten der Wirbelsäule gleich hoch steht, also nicht etwa eine Seite deutlich höher als die andere liegt.

Wenn Abweichungen sichtbar sind, sollten Sie Ihr Kind durch einen Chiropraktiker, Orthopäden oder Osteopathen untersuchen lassen. Eine Skoliose kann mit Röntgenaufnahmen noch genauer festgestellt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei rund 80% der Patienten, die eine orthopädische Praxis wegen wirbelsäulenbedingter Beschwerden aufsuchen, liegen funktionelle Störungen vor. 20% der Besuche verteilen sich auf andere wirbelsäulenbedingte Erkrankungen. (Quelle: Statistik der Ärztekammer 2008) Als Chiropraktikerin behadele ich funktionelle Störungen. Aus diesen Daten können Sie ersehen, welch hohen Stellenwert die Chiropraktik eigentlich einnehmen sollte.

Fehlhaltung – und dazu gehört die Skoliose – neigen mit ihrer muskulären Disbalance zu Blockierungen. Diese Blockierungen führen wieder zu einer Muskelfehlsteuerung, welche einerseits die Fehlhaltung verstärkt, andererseits durch Schmerzen einen sinnvollen Muskelaufbau und ein sinnvolles Training behindert. Dies leistet einer Schwächung der Muskulatur Vorschub, wodurch die ohnehin stark eingeschränkte Leistungsbreite noch weiter verkleinert wird.

Gerade Patienten mit Skoliose sind, wenn sie zur Behandlung kommen, fast immer von oben bis unten blockiert. Die Ursache hierfür liegt in der Fehlhaltung, die sich oft - auch bei Kindern - über Jahre manifestierten. Die Übergänge der Wirbelsäule - Kopf-Halswirbelsäule-Brustwirbelsäule, Brustwirbelsäule-Lendenwirbelsäule und Lendenwirbelsäule-Kreuzbein - stellen vielfach den Ansatzpunkt einer Behandlung dar.

Ich beginne ganz oben. Sehr häufig führen Atlasblockierungen, also Blockierungen des ersten Halswirbels, zu erheblichen Störungen des Muskelgleichgewichts und zu einer scheinbaren Beinverkürzung mit Beckenverwringung, wobei sich noch andere Blockierungen anschließen. Diese Zustände können bei Kindern (juvenile idiopathische Skoliose) und Säuglingen auftreten. Nach meinen Erkenntnissen können beim Säugling während des Geburtsvorganges Blockierungen des Atlaswirbels auftreten und diese nicht nur zum Schreikind, sondern auch zu Dreimonatskrämpfen und Fehlhaltungen der Wirbelsäule (C-Skoliose, Hüftreifungsstörungen) sowie zum Schiefhals führen. Dieser ganze Beschwerdekomplex wird in der Literatur als KiSS-Syndrom (KiSS = Kopfgelenksinduzierte Symmetriestörung) bezeichnet.

Ganzheitlich behandeln bedeutet „ganz unten“ anzufangen. Und zwar wirklich ganz unten, nämlich am Fuß. Störungen des Muskelgleichgewichtes mit scheinbarer Beinverkürzung und Beckenverwringung können genau gleich wie durch Atlasblockierung auch durch Blockierungen am Fuß ausgelöst werden. Gerade bei der Skoliose sind auch die Rippen-Wirbel-Gelenke in einem erheblichen Ausmaß an Schmerzen und Fehlhaltungen beteiligt. Dabei werden oft halbkreisförmige Schmerzen, oft mit Behinderung der Atmung angegeben.

Im Gefolge dieser Blockierungen bestehen auch noch häufig Blockierungen der Schlüsselbein-Schwertbein-Gelenke.

Zum Schluß ist auch das Kiefergelenk nicht zu vergessen. Das Kiefergelnk besitzt eine enorme Reizantwort und ist oft die Ursache für immer wiederkehrende Atlasblockierungen.

Neuere Untersuchungen über die Chiropraktik und Chirotherapie bei Kindern (im Durchschnittsalter von 8 Jahren) zeigen überraschend gute Ergebnisse auch bei progredienter idiopathischer Skoliose. Hier wurde allerdings Chiropraktik in Zusammenarbeit mit Krankengymnasten einmal wöchentlich durchgeführt, zunächst ein halbes Jahr lang. Die Besserungsquote lag bei 96 Prozent; nur in einem Falle war ein Korsett erforderlich.